AHEM
Automatisches Hydrologisches Echtzeitmodell. NRW-Forschungsverbund 2009–2012, gefördert im Programm „Wachstum für Bochum" (WFBO). Konsortium mit der Ruhr-Universität Bochum als wissenschaftlichem Partner und drei Anwendern aus Wasserwirtschaft und Altlastenüberwachung. Hier liegen die Wurzeln der heutigen Aquatos-Logger.
AHEM
Automatisches Hydrologisches Echtzeitmodell — kontinuierliche Erfassung hydrologischer und gewässerchemischer Parameter über räumlich verteilte Messstellen und ein zentrales Modellsystem mit Karten, Charts und Alarmierung.
AHEM war das erste größere F&E-Vorhaben, in dem TerraTransfer die Kernbausteine der heutigen Aquatos-Familie entwickelt hat: drahtloser 433-MHz-Nahfunk und Funk-Dongle für die Inbetriebnahme, IP68-Anschlussbuchsen an den Loggergehäusen, ein Funk-Minilogger im 1-Zoll-Format und eine GPRS-Mutterstation, die bis zu 24 Funksensoren bündelt. Diese Topologie ist die direkte Vorläufer-Architektur des heutigen Aquatos-Logger-Konzepts.
Wissenschaftlich begleitet wurde AHEM durch ein vierköpfiges Team am Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum aus den Disziplinen Physische Geographie, Hydrologie, Bodenkunde und Geomatik. TerraTransfer war damals noch in der Feldstraße 4 in Bochum ansässig.
Druck- und Leitfähigkeitssensorik in robusten Feldgehäusen war ein Kernergebnis von AHEM.
Projektpartner
- Ruhr-Universität Bochum Geographisches Institut, wissenschaftliche Begleitung und Auswertung
- LINEG Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft, Bergsenkungsgebiete Niep und Alpen am linken Niederrhein
- Stadt Bochum (untere Wasserbehörde) Haldenstandort aus dem Steinkohlenbergbau, Altlastenüberwachung mit aktiver E-Mail-/SMS-Alarmierung bei Grenzwertüberschreitung
- Ruhrverband Einzugsgebiet der Biggetalsperre (rund 300 km², Sauerland), Niederschlags-Abfluss-Modellierung
- TerraTransfer GmbH Hardware- und Plattformentwicklung, Messstandort-Aufbau und -Betrieb
Untersuchungsgebiete
- Halde in Bochum Sickerwasser und Oberflächenabfluss aus einer Steinkohlenbergbau-Folgelandschaft im Stadtgebiet
- LINEG-Messnetz am Niederrhein Bergsenkungsgebiete Niep und Alpen, Verbesserung des Vorhersagemodells zur Grundwasserregulierung
- Biggetalsperre (Ruhrverband) Bodenfeuchte, Verdunstung, Abflussbereitschaft, Grundwasser — Niederschlags-Abfluss-Modell auf rund 300 km² Einzugsgebiet
Technische Eckpunkte (Stand 2009–2012)
- Autarke Feldlogger in IP68-Gehäusen mit Solar- und Batterieversorgung, neue Loggergehäuse mit IP68-Anschlussbuchsen für BUS-Logger und pF-Meter
- Funk-Minilogger im 1-Zoll-Format mit kompaktem Platinen-Layout, Reichweite bis 500 m zur Mutterstation (Verzehnfachung gegenüber der Vorgänger-Generation)
- 433-MHz-Nahfunk und Funk-Dongle für die drahtlose Konfiguration und Auslesen im Außendienst, statt RS-232-Kabel und Verkabelung
- GPRS-Mutterstation, sammelt bis zu 24 Funksensoren und sendet gebündelt an den Internet-Server (Stand 2009: GPRS war Mobilfunk-Standard)
- Erfassung von Wasserstand, Leitfähigkeit, pH-Wert, Temperatur, Bodenfeuchte, Niederschlag — räumlich verteilt auf alle drei Untersuchungsgebiete
- Linux-Backend (Debian, PostgreSQL/PostGIS, PHP) und Rich-Internet-App-Frontend mit WebGIS-Karten — frühe Vorstufe des heutigen Sensormanagers
- Aktives Alarmsystem mit E-Mail/SMS bei Grenzwertüberschreitung, eingesetzt am Halden-Standort der Stadt Bochum
Was davon heute weiterlebt
Die in AHEM erprobten Konzepte sind direkt in die Aquatos-Produktlinie eingeflossen: robuste Feldgehäuse mit dichtungsgeprüften Kabeldurchführungen, Standort-Aufbauten mit Solar- und Batterieversorgung, eine zentrale Messdatenplattform und das Prinzip, mehrere Sensoren an einem Logger zu bündeln. AHEM war damit der Ausgangspunkt für eine Produktfamilie, die heute mit über 20.000 Loggern im Markt steht.
Weitere abgeschlossene Vorhaben.
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