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TaMIS

Entwicklung eines Talsperren-Mess- und Informations­systems zum Umgang mit Naturkatastrophen. BMBF-Forschungsprojekt 2015–2017, Projektleitung Marcel Delker. Bi-direktional funkvernetztes Mess­netz mit standardisierter OGC-SOS-Schnittstelle, getestet am Wupperverband. Brückenprojekt zwischen AHEM (2009–2012) und INTENT (2022–2023).

Forschungsarchiv · abgeschlossen BMBF · FKZ 03G0854C · 2015–2017

TaMIS

Autarkes, intelligentes Talsperren-Mess- und Informations­system für die Bewertung von Naturgefahren am Bauwerk.

TaMIS war ein BMBF-gefördertes Vorhaben zur mess- und informations­technischen Erweiterung von Talsperren. Ziel war ein durchgängiges, bi-direktionales Mess- und Steuer­system: ultra-low-Power-Funksensoren am Bauwerk, eine Mutterstation als Internet-Datenlogger, ein Server-Backend mit Geo-Datenbank und Plausibilisierung sowie eine OGC-konforme SOS-Schnittstelle ans Talsperren-Kontrollzentrum, damit die Mess­daten direkt in Behörden- und Fach­systemen weiterverarbeitet werden können.

Für TerraTransfer war TaMIS das Brücken­projekt zwischen AHEM (2009–2012, Hardware-Basis) und INTENT (2022–2023, heutige IoT-Sonde). Hier sind die ersten bi-direktionalen Funklogger und die OGC-SOS-Schnittstelle entstanden — und einige Lehren, die sich direkt im heutigen Serien­produkt niederschlagen: SMD-bestückter Flash­speicher statt Micro-SD (zuverlässig­keits­bedingt) und ein integriertes Batterie­fach statt eines abnehmbaren Moduls (wasserdichtigkeits­bedingt).

Stauanlage als Anwendungsumfeld für TaMIS

Talsperren-Bauwerke sind das Anwendungs­umfeld, für das TaMIS entwickelt wurde.

LaufzeitJuni 2015 – November 2017
FörderungBMBF, FKZ 03G0854C, EUR 207.473
Projektleitung (TT)Marcel Delker
Statusabgeschlossen, Ergebnisse in Serie

Anwendungs- und Forschungspartner

  • Wupperverband Talsperren­betreiber und Forschungs­partner — die TerraTransfer-Mess­daten werden via OGC-SOS-Schnittstelle an das TaMIS-Kontroll­zentrum des Wupperverbands geliefert
  • TerraTransfer GmbH Entwicklung der bi-direktionalen Funklogger, OGC-SOS-Schnittstelle und Daten­plattform

Technische Eckpunkte

  • Bi-direktional funkvernetzte Sensoren — Steuer­befehle vom Büro­platz über das Internet bis zum einzelnen Funk­sensor, Daten­harvesting per „Inhalts­verzeichnis"-Abgleich
  • Erfassung von Sicker­wasser­stand, Boden­feuchte (Tensiometer in 30 und 60 cm Tiefe an Oberhang, Mittelhang und Hangfuß) und Temperatur
  • Standard-Messintervall 15 Minuten, ultra-low-Power-Design für mehrjährigen Batterie­betrieb
  • UMTS-Datenempfang in der Mutterstation, Linux-Backend mit Geo-Datenbank und Plausibilisierung
  • Standardisierte OGC-SOS-Schnittstelle (Sensor Observation Service) ans Talsperren-Kontroll­zentrum, für die direkte Einbindung in Behörden- und Fach­systeme
  • Wi-Fi-/Nahfunk-Adapter als Inbetriebnahme- und Wartungs­hilfe — Raspberry-Pi-Prototyp mit Mobile App, wandelt WiFi in 433 MHz

Was davon heute weiterlebt

Die in TaMIS erprobte bi-direktionale Kommunikation, das Daten-Harvesting per Inhaltsverzeichnis und die standardisierten Schnittstellen sind in unsere Daten­plattform und in spätere Geräte­generationen eingeflossen. Marcel hat 2016 in Dresden über das Vorhaben vorgetragen; die Verwertungs­pflicht ist seit 2019 erfüllt — erste Anwender der TaMIS-Ergebnisse waren der Ruhrverband NRW (neue Platinen mit verbesserter Luftdruck­kompensation) und das Amt für Umwelt Thurgau (UMTS-Lösung auf Basis der neuen Plattform). Auf TaMIS direkt aufgebaut hat das Folge­vorhaben INTENT (2022–2023), aus dem die heutige Produkt­linie Aquatos Web LTX hervorgegangen ist.

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